Die Kunst, zu zweit drei kleine Kinder ins Bett zu bringen, kann man nicht lernen. Nichts und niemand bereitet einen darauf vor. Auch bei der Familienplanung sagt einem keiner: „Denkt dran, dass ihr die Blagen jeden Abend irgendwie zum Schlafen bringen müsst.“ Dabei ist es noch eine ganz andere Sache, wenn eines der Kinder krank ist. Man kommt ganz unweigerlich zu dem Schluss, dass es nur Nachteile mit sich bringt, dass die Kleinen den Uterus der Mutter verlassen haben. Dort drin hatten sie es gut und irgendwie scheinen sie sich daran zu erinnern und um alles in der Welt dorthin zurückzuwollen.
Wenn sie dann endlich schlafen, fragt man sich gleich bang: Wie lange? Schaffe ich ein Hefeweizen oder muss ich am nächsten Morgen die Hälfte wegschütten? Und was ist aus der Zweisamkeit des ehelichen Nachtlagers geworden? Dahin ist sie! Man ist mindestens zu dritt und wenn wir doch mal anfänglich zu zweit sind, dürfen wir uns eigentlich nicht bewegen und keine Geräusche machen, wenn wir noch eine Weile zu zweit bleiben wollen. Sollten wir doch noch das halbe Duzend voll machen wollen, wird das auf keinen Fall in unserem Schlafzimmer passieren.
Wenn ich nachts überhaupt dort bin. Zurzeit bin ich das meistens nicht, sondern im Kinderzimmer, um weniger unter den zerhackten Nächten zu leiden. Durch das Nachtlaufen wusste ich manchmal nicht, in welchem Bett in welchem Zimmer ich gerade aufwache. Das ist schon ein bisschen verwirrend. Jetzt liege ich zwar nicht bei meiner schönen Frau, aber dafür eine ganze Nacht lang in ein und demselben Bett. Wie gesagt, ich war darauf nicht vorbereitet. Wie sollte man sich auch darauf vorbereiten? Die Kunst, zu zweit drei Kinder ins Bett zu bringen, kann man nicht lernen. Dass es gelingt, ist ebenso wunderbar, wie selten.


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